Hallo meine lieben Leser :-)
Die ersten Arbeitstage waren sehr, sehr anstrengend. Für mich nahezu Horror mäßig. S. ist weg und es gibt 2 neue in unserer Abteilung. Einer scheint ganz nett und cool zu sein, mit dem anderen kann ich überhaupt nicht umgehen. Er ist so ein unglaublicher Klugscheißer und ist sehr sehr selbstbewusst.
Das hat mich sehr schnell runter gezogen, weil ich mich gleich wieder mit Konkurrenzgedanken rumschlagen musste und mich mit ihm verglichen habe und in meinen Augen nicht mit einem Azubi im ersten Jahr mithalten konnte.
Wie das immer so ist. Ich kann mich selbst nicht einschätzen und finde bei mir selber immer nur Schwächen und Stärken erkenne ich nie.
Ich hatte also sehr viel mit meinem Selbstwertgefühl zu kämpfen.
Nach 4 Tagen hatte ich so einen Hass auf den neuen, dass ich gar nicht mehr nett zu ihm sein konnte.
Aber abends ist mir dann aufgefallen, dass das eigentlich Hass auf mich selber war. Unsicherheit.
Klar, der Typ ist nervig. Aber er hat bestimmt seinen Grund, warum er "klugscheißern" muss. Ich meine, der ist grade aus dem Schulalltag raus und muss seinen Platz finden in unserer Gruppe.
Und ich kann gerade gar nicht verstehen, dass wir jetzt eine neue Gruppe sein müssen, dass die Zeiten von S.,J. und mir vorbei sind, die im nachhinein gesehen so so schön war und wir drei haben als Gruppe wirklich gut funktioniert. Und das müssen wir auch jetzt schaffen, und dazu muss ich wieder mit den anderen arbeiten, nicht gegen mich, und schon gar nicht gegen die anderen.
Immer habe ich Feinde. Immer mache ich mir Feinde. Obwohl mir glaube ich kein Mensch in meiner Umgebung etwas böses will. Es ist meine Sichtweise, die alles immer verkompliziert.
Gestern lag ich wieder weinend im Bett weil ich der Ansicht war, dass ich nicht gut genug bin. Für meinen Arbeitsplatz zum Beispiel und dafür, die Prüfung zu schaffen (vor der ich eine heiden Angst habe).
Meistens bin ich aufgewacht, und habe "gegen mich" gelebt. Ich habe nicht gefrühstückt, weil ich dachte, das brauche ich nicht, Ich bin zur Arbeit gegangen mit dem Gefühl, wertlos zu sein. Ich habe mich mit den anderen verglichen, und nicht versucht, MIT den anderen zu Arbeiten, weil ich S. so sehr vermisse (Und das gegenwärtige Chaos im Theater nicht so gut ertragen kann weil das nach 5 Wochen erst einmal viel zu anstrengend ist) Und Abends bin ich nach Hause gekommen und war Fix und alle.
Aber es will mir keiner was. Der Einzige, der mir das Leben schwer macht, bin ich selber.
Ich habe es jetzt eingesehen, aber es ist nicht ganz einfach, da jetzt an mir zu arbeiten. Aber die Erkenntnis hat mir eine positive Energie gegeben, und ich will versuchen, auf der Arbeit jetzt zu versuchen, mit den anderen daran zu arbeiten, dass wir als Team funktionieren. S. bekomme ich nicht wieder, aber das heißt nicht, dass wir 4 nicht auch irgendwann ein gutes Team werden können.
Just keep trying.
Heute war Schule und morgen habe ich frei. Ich hoffe, dass ich die nötige positive Energie sammeln kann, um gescheit an den nächsten Arbeitstag am Sonntag ran zu gehen.
Wünscht mir Glück!
Liebe Grüße,
Neva