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10. Februar 2019

Auf die alten Zeiten?

Was waren das für Zeiten?
Auf 80% der von mir gelesenen Blogs lief Casper (XOXO), man war zuhause, fand sich wieder in diesen depressiven Klängen.
Man suchte nach Unterstützung, Gleichgesinnten, nach anderen verlorenen Seelen. 
Man suchte nach einer Art, zu überleben. 
Und fand eigentlich nur die Dunkelheit. 

Nur halt.
Da gab es mehr.
Genau.
Uns. Euch.
Andere. 

Menschen.

Wo sind sie nur? Wo seid ihr nur?
Gibt es nichts mehr zu schreiben? Nichts mehr zu teilen?
Gibt es euch noch?
Ihr wart meine Familie, als meine eigene zu beschäftigt war, um mich zu sehen.
Ihr seid meine Familie, weil eine von euch meine Liebste ist.
Nur dass wir jetzt wo anders stehen.

Wir stehen dort, wo damals das Licht am Ende des Tunnels war.
Und schreiben beide sowohl über den Tunnel als auch über das Licht.
Ich will weiter teilen,
weiter schreiben,
weiter leben.

Aber ich vermisse euch. Euch und die Gemeinschaft.
Wie kann es sein, dass wir so arg zusammenhielten, in den dunkelsten Wochen, Monaten, Jahren, und jetzt nicht mehr teilen, wo wir sind?
Wir haben einmal dieses Gedicht geschrieben.
Bei Lucia Lilly auf dem Blog.
Einmal an Weihnachten.


Mein Lebensfeuerwerk


Der Schnee fällt weiß, die Zeit verrinnt,
Wenn drinnen warm der Ofen glimmt.
Jahr um Jahr geben wir uns Halt,
Denn ohne Liebe sind alle Farben kalt.

Auch wenn das Fest uns nicht allen das Liebste ist,
Halten wir zusammen, denn wie ihr wisst:
Weiter dreht sich die Erde immer,
Und am Ende jeder dunklen Nacht leuchtet ein Hoffnungsschimmer.

Wie im Morgentau die Knospe der Rose im Garten
Erwacht die Hoffnung neu an jedem Tag. 
Abends zünd' ich das Licht an, statt auf Erleuchtung zu warten,
Denn nur ich selbst bestimme, was ich tu, was ich mag. 

Überwältigend süß, die Tasse voll heißer Schokolade,
Ein Lächeln, ein Staunen, so bröckelt die Fassade.
Wir treffen uns im Spiegel und sagen: Hallo!
Lange nicht gesehen, wo warst Du nur, wo?

Mit mir selbst im zu Reinen sein,
Real zu erleben und nicht nur zum Schein,
Ist das größte Geschenk von mir an mich.
Denn am Ende zählt: Ich bin ich bin ich.

Die Funken tanzen, toben am Himmelszelt.
Nimm den Moment und schau Dich um in dieser bunten Welt!
Der Schnee umhüllt mich und die Freude bringt mein Herz zum Beben.
Ich blicke in die Dunkelheit und begreife: Ich liebe das Leben.



Ja, ich liebe das Leben. Auch wenn es oft genug nicht einfach ist. Ich versuche immer noch, euch teilhaben zu lassen, nur finde ich euch nicht wieder. 
Und ich würde mich so sehr freuen, zu lesen, dass ihr es auch tut. Und dass es euch auch eine Menge bedeutet hat, Teil von etwas Großem zu sein.
Denn zusammengehalten haben wir. Lange.
Zu lange, um jetzt den Kontakt zu verlieren. Oder verloren zu haben.

Danke <3

4. November 2018

Zeitreisen und Gedankenkreise

Hallo ihr Lieben.

Wieder ist ein Monat vorbei. Die Zeit zieht sich, das Jahr ist verdammt lang...
Noch 7 Wochen bis Weihnachten- bis ich 5 Tage am Stück frei habe und endlich, endlich ausruhen darf. (Wobei- heute habe ich auch frei, das darf ich nicht außer Acht lassen, ein Tag zwischendurch kann auch Wunder wirken).

Dieses Jahr verwirrt mich. Es war so vielseitig, positiv wie negativ. Gestern wollte ich in meinem Tagebuch von 2016/17 lesen. Da war ich so positiv, hoffnungsvoll auf die Zukunft, so ... glücklich?

Dieses Jahr habe ich diesen Schritt unternommen, der mich zum Erreichen eines großen Ziels führen sollte- ich bin nach Hamburg gezogen.
Damit wäre eins meiner 5-Jahres-Zielen geschafft.

Selten habe ich mich so komisch mit einer Entscheidung gefühlt.
Ich konnte es nicht ahnen.
Die letzten Wochen waren alles andere als leicht. Weder für mich noch für die Leute, die mir besonders nahe stehen.
Am liebsten hätte ich die Tage damit verbracht in den Arm genommen zu werden und zu weinen.
Soviel ist in mir drin.
Gefühle, Ängste... Erinnerungen vielleicht auch.

Ich fühle mich allein... einsam? Und das, obwohl ich ganz tolle Menschen um mich herum habe. Nur sind die leider nicht immer erreichbar.
Ich habe meine Liebste, sie gibt sich immer Mühe, mich aufzuheitern, sie ist einfach da für mich und ich bin wahnsinnig dankbar dafür.
Es gibt meine Freunde aus der alten Heimat. Auch sie stehen mir mit Rat und Tat zur Seite.
J. ist sogar zum arbeiten vorbeigekommen, damit ich auch mit ausgefallenem Azubi noch weiterkomme...

Das ist eine ganz andere Geschichte... habt ihr schon mal einen Theatersaal aus dem Nichts aufgebaut?
Tja. Ich jetzt schon. Und das als "technische Leitung". Ein bisschen stolz bin ich ja schon ... :D
Ich saß da gestern nach der Eröffnungsfeier und hab versucht, den stolz zu fühlen weil.... das hab ich schon ganz schön gut gemacht :D

Aber ja. Allein bin ich definitiv nicht.
Auch von der neuen Arbeit habe ich langsam Menschen, mit denen ich ehrlich sein kann, mit einer anderen Frau habe ich mich schon angefreundet und mit ihr fällt es mir auch nicht schwer mal die tiefen Themen anzusprechen.
Meine Mutter und meine Schwester unterstützen mich, so gut ich es zulasse (sie sind ja etwas übereifrig, was das angeht) und auch meine Therapeutin ist nach wie vor für mich da.

Aaaaalso.... allein bin ich nicht, nein.
Ich mache mich nur einsam.
Durch meine Gedanken.
Durch Erinnerungen, die ich in letzter Zeit viel zu sehr in mein Leben kommen lasse.

Erinnerungen an jene schwarze Zeit. Die Zeit, in der ich vielleicht wirklich alleine war. Und überfordert war, mein Leben auf die Reihe zu bekommen.
Jetzt bin ich auch überfordert, und "mache mich einsam". Und das führt dazu, dass ich mich an damals erinnere.
Auf eine unterbewusste Art und Weise.
Ich habs nicht gemerkt, bis meine Therapeutin direkt darauf kam und mir das sagte.

Und wirklich, es gibt so viele Parallelen.
In meinem Kopf.
Schwarzmalerei.
Das Ausschließen von etwas Schönem.
Depression.
Die verzweifelte Suche nach Kontrolle.
Die verzweifelte Suche nach Hilfe und Halt, obwohl ich die bekommen könnte, würde ich nur fragen.
Die Suche nach Kontrolle durch ständiges auf-die-Waage-steigen.
Gedanken in meinem Kopf, die da definitiv nicht hingehören.
Es ist, als wäre ich mit einem Zug in meine Vergangenheit gefahren.
Nur gut, dass ich das jetzt weiß und überlegen kann, wie ich die Rückreise antreten kann zu dem Menschen, der ich eigentlich bin. Dieser kindliche, lustige und recht glückliche Mensch.

Ich nehme meine Realität gerade anders war, als sie sein könnte.
Gestern Abend war eine schöne Zeit.
Ich habe gelacht, ich habe mich über irgendwas unterhalten.
Ich habe gelächelt.
Ich habe mir selbst "auf-die-Schulter-geklopft" und allen, die mir geholfen haben, ein Theater aufzubauen.

Ich könnte alles anders sehen.
Mich selbst pflegen und endlich, endlich auch wieder etwas für meine Freunde und meine Liebsten tun. Ihnen schöne Momente voller lachen mit mir schenken.
Ich könnte mich freuen und stolz sein, dass es trotz all den Schwierigkeiten so gut klappt.

Es ist schwer, wenn einem das Unterbewusstsein sagt, dass alles so ist wie damals, nur dass DU DIESMAL SELBST SCHULD wärst.
Aber ich kann es versuchen.


Einfach weitermachen.
Mit dem Glück suchen.
.
.
.




8. Oktober 2017

Und dann fährt man plötzlich seinen ganz eigenen Film...




It´s too late now
to stop the process.
This was your choice,
you let it in.
This double life you lead
is eating you up from within
A thousand shards of glass
you pushed beneath my skin
left me lying the to bleed.
                                         - Broken pieces - Apocalyptica


Jetzt gerade habe ich das Bad geputzt. Eine erstaunlich entspannende Tätigkeit, wenn ich an den Stress diese Woche denke. 
Ich habe mir diese Putzschicht allerdings auch sehr angenehm gestalten können, mein Mitbewohner war nämlich nicht da. Also habe ich mir meinen iPod genommen, alte Musik gehört und laut (und schief) mitgesungen :)

Triggerwarnung Essstörung

Dabei ist mir dieses Lied untergekommen: "Broken Pieces - Apocalyptica".
Besonders die oben stehenden Zeilen habe ich immer stark mit der Dunkelheit in mir verbunden, den kranken Teil von mir. 
Weil. Naja. Gerade diese essgestörte Zeit in meinem Leben, die hätte es wohl nicht gegeben, wenn es in mir nicht die Entscheidung dazu gegeben hätte, jetzt auch zu diesen Mädchen zu gehören, die so verloren und alleine auf Blogs und in Foren nach Gesellschaft oder Zusammengehörigkeit gesucht haben. Es gab Monate, in denen ich jeden Tag auf so einem Blog gelesen habe, ich habe ständig nach Twins bzw. Abnehm-Challenges gesucht. An eine davon erinnere ich mich noch gut. 
Sie ging 3 Wochen, wir waren 6 Mädchen, und Ziel war einfach, jede Woche 2 kg abzunehmen.
Ich erinnere ich mich so gut, weil ich noch bei meiner Mutter wohnte. Wir haben Mittags immer zusammen gegessen, manchmal auch Abends. 
Das Frühstück konnte ich also immer ausfallen lassen, aber ich war einfach so in diesem Challenge Wahn, dass ich dann das Mittagessen auch oft wieder erbrochen habe. 
Das "Problem" war halt immer, dass wenn ich einmal etwas zu essen vor mir stehen hatte, dann habe ich es gegessen. Und irgendwie sogar genossen. Und deswegen habe ich mich dann gehasst. 
Am Ende dieser Challenge hatte ich 4 statt 6 Kilo abgenommen, war mit 52 kg immer noch "die Dickste", das Mädchen, dem man niemals angesehen hätte, das etwas nicht stimmt. Und ja. Deshalb habe ich mich noch mehr gehasst. 
Ich konnte im normalen Leben schon nicht perfekt sein. Und in dieser Parallelwelt, die ich mir mehr oder weniger selbst ausgesucht habe, da konnte ich es auch nicht. Ich fühlte mich wie ein Versager. 
Etwas früher wurde ich von vielen Menschen verlassen, und eventuell habe ich das unterbewusst in Verbindung gebracht. 

Dass ich verlassen werde, weil ich unperfekt bin. Zumindest passt das zu den Grundüberzeugungen und Gedanken, die ich noch heute oft in Situationen mit Menschen habe, die mir am Herzen liegen.
Dass ich verlassen werde, wenn ich nicht gut genug bin. Dass ich entweder krank oder perfekt sein muss, damit Menschen mich lieben und für mich da sind. 

Triggerwarnung Ende

Im Moment liebe ich Regenbögen, sie erinnern mich an einen ganz besonders schönen Tag. 

In der Therapie kommen wir immer wieder auf diese Grundüberzeugungen. Gefühlt drehen wir uns im Kreis, kommen immer wieder zu meiner Wunderlösung, mir selbst Zeit zu geben, meine Bedürfnisse nicht unter die von anderen zu stellen. Leben, weitermachen, Beweise sammeln. Dafür, dass meine Grundüberzeugungen nicht stimmen. Wir lachen manchmal schon darüber, dass ich diese Wunderlösung kenne, schon so oft angewendet habe, und dann, plötzlich, scheint sie unerreichbar, weil meine Unsicherheit mich anschreit: NEIN NEIN NEIN, das darfst du nicht, das ist schwach, oder egoistisch oder schlicht und ergreifend unperfekt.

Manchmal fühle ich mich lächerlich, dass wir immer wieder an den gleichen Punkt kommen. Dass es mir so schwer fällt, mit so einfachen Dingen wie einem Gedanken umzugehen. 
Am Ende der letzten Stunde hat sie gesagt: "Es ist eben nicht so einfach, weil diese Grundüberzeugungen so viel hartnäckiger sind, als neue, schöne Erfahrungen. Das Schlechte ist immer Hartnäckiger, aber Sie haben schon so viel geschafft seit Sie hier her kommen. Und haben gelernt, das gute Dinge Zeit brauchen. Also ist doch alles gut. Sie müssen sich das nur glauben. Viel Spaß mit Ihrem blauen Glück" (draußen schien die Sonne plötzlich :D
An dem Tag bin ich hingegangen, und war kurz vorm Weinen, weil ich so voller Gefühle war, dass ich am liebsten wieder meine  Leere gehabt hätte. 
Rausgegangen bin ich erleichtert. 
Weil ich wusste. 
Dass es weitergeht. 


Ihr wisst jetzt langsam bestimmt, dass es da jetzt eine "Liebste" in meinem Leben gibt. Die Zeit mit ihr ist einfach wundervoll. Wunder-voll.
Sie hat mir schon einige Male bewiesen, dass ich doch lieben kann. Dass ich plötzlich von einem Gefühl durchdrungen sein kann, dass mir auf positive Art und Weise die Luft zum Atmen nehmen kann. 
Aber die braucht man ja nicht, wenn man ein Fisch ist. 
Nur manchmal werde ich ein Igel. 
Wenn sie mich anstubst, mit einem Satz, mit einem Blick. Mit etwas, was meine Stärke bröckeln lässt. Weil sie einen Gedanken anspricht: 

"Ich mache das hier gerade nicht Richtig. Etwas habe ich falsch gemacht."

Ich bin kaum kritikfähig, innerhalb von kürzester Zeit schalte ich ab, mache dicht, aus Selbstschutz, weil die Angst kommt. Die Angst plötzlich verlassen zu werden. Ich kugel mich ein. Bis die Gefahr gebannt scheint. Oder ich fange an zu weinen und werde eine Dramaqueen. Oder ich werde gar eine Zicke.
Ich weiß dann in der Situation manchmal schon gar nicht mehr, warum das jetzt passiert ist, warum ich mich fühle, als hätte jemand Watte in mein Gehirn gestopft. Und doch sitzt da dein Kommunikationspartner und wartet auf eine Antwort, einen Satz, irgendeine Reaktion.
Manchmal auf eine Reaktion auf etwas, an das ich mich gar nicht mehr erinnern kann. 

Genau das ist gestern passiert. Das glaube ich zumindest. Das Gute von meiner Seite war: Ich hab wenigstens nicht aufgelegt :D Ich habe versucht, mich der Situation zu stellen. 
Das Gute von ihrer Seite war, dass sie weiter nachgefragt hat. Bis ich irgendwann versucht habe, ihr die Sache zu erklären. Das war vielleicht nicht das schönste Gespräch, das wir in letzter Zeit hatten, aber doch hoffe ich, dass ich daraus lernen kann. Weitere Dinge, wie wir miteinander reden können. 
Sie weiß jetzt, dass es da meine Grundüberzeugungen gibt, die mir sagen, was ich tun sollte, und dass es manchmal schwierig ist, das zu tun, was ich möchte, weil das eben nicht zusammenpasst.

Und ich weiß jetzt, dass ich AUF KEINEN FALL vor diesen Gesprächen weglaufen sollte, dass die sogar nötig sind, wenn man eine Beziehung führen möchte. 

Auch dazu hat meine Therapeutin etwas gesagt (jaah, sehr ergiebige Stunde letztes mal :D):
"Wenn ich so an ihre ersten Stunden hier denke... das war schon ein ziemliches rumgeeiere. Bis Sie sich mal entschieden hatten, dass Sie mir vertrauen können und dass Sie richtig gehandelt hatten mit Ihren Problemen so nicht mehr weitermachen zu wollen, das hat ja schon ewig gedauert. 
Vielleicht ist es mit ihrer Freundin das Gleiche. Vielleicht müssen Sie erst lernen, dass Sie Sie selbst sein können, ohne dass Ihnen der Kopf dafür abgerissen wird. Müssen vertrauen lernen und erst dann können Sie RICHTIG anfangen, diese Beziehung zu führen und zu gestalten."


Soo. Das waren jetzt viele Worte. Dinge, die mich momentan jeden Tag beschäftigen. Aber auch beschäftigen sollten, gerade die Wunderlösung :)
Und danke für diese Worte, die mir geschenkt wurden. Sie bedeuten mir sehr sehr viel:


"Und ich will ja das da. Und keine perfektionierte Version davon."

Eure Neva 

10. September 2016

Über Zeitverschwendung und Weitermachen

Ich habe immer Angst, meine Zeit zu verschwenden.
Zeit, die man nicht definieren kann, Zeit, die man nicht hat. Denn keiner weiß, wie lange er noch lebt. Das heißt, keiner besitzt Zeit, viel eher könnte die Zeit uns besitzen. Aber so würde sie wohl niemals denken.
In den letzten Wochen, seit die Arbeit wieder angefangen habe, bin ich viel in meinem Kopf zugegen. Eigentlich bin ich immer viel in meinem Kopf, erforsche meine Gedanken und meine Geschichte.
In den letzten Tagen bin ich vor allem da, um herauszufinden, woran ich arbeiten kann, um zu lernen, mein Leben als das zu akzeptieren, das es ist. Wertvoll.
Wert. Voll.
Dinge, an denen ich arbeiten möchte, die mich belasten. Und eines davon sind diese Momente, wo man sich einfach aus der Realität flüchten möchte. Und für jene von uns, die einmal in der Welt voller Zahlen waren, liegt nichts mehr auf der Hand, als durch eine ES Realitätsflucht zu betreiben. Zumindest ist das bei mir so.
Wenn ich also überfordert bin, dann kommt manchmal dieser Gedanke:
"Wenn du einfach ab jetzt gar nichts mehr isst, nie mehr, dann musst du dich gar nicht mehr mit deiner Umwelt auseinandersetzen. Dann kannst du die Verantwortung endlich abgeben, erst an die Krankheit, dann an Ärzte, und eventuell an Menschen, die dich lieb haben."
Dann folgen meist ein paar Tage, wo ich mich zum Essen zwingen muss, bis ich merke, dass das Prinzip des Nicht-Essens scheiße ist und nur zu depressiven Momenten führt.

Soweit so gut. Ich komme klar, Rette mich immer wieder aus diesen Löchern.
Aber gehen wir zurück zum Anfang des Posts.

Ich habe immer Angst, meine Zeit zu verschwenden.
...
Ist es nicht irgendwie Zeitverschwendung, wenn man Probleme verdrängt, und stattdessen hungert? Wäre es nicht wesentlich effizienter, sich einen Tag Auszeit zu nehmen und dann langsam zu versuchen, mit seinem Problem UMZUGEHEN. Egal wie langsam man dann im Endeffekt vorankommt, man ist immer noch schneller, als wenn man eine Woche verliert, weil man sich mit ES-Gedanken rumschlägt. Und das Problem, was dich überfordert, wird wahrscheinlich auch kleiner, wenn du vielleicht einen Freund fragst, ob dieser eine Idee dazu hat, wie du damit umgehen kannst.
Zumindest können dir Freunde besser mit solchen Problemen helfen als mit deinem Monster im Kopf, dass dir sagt, dass du dich jetzt lieber zu Tode hungern sollst, weil das ja viel einfacher ist.

Ja. Vielleicht ist das einfacher als das Leben.
Aber wirklich. Wollen wir wirklich sterben oder gibt es ganz andere Ängste oder Sehnsüchte in uns?

Bei mir ist es Angst, nicht geliebt zu werden, der Wunsch nach Ablenkung von meinen alltags-Problemen. Und ich habe eine HEIDENANGST davor, dass ICH ALLEINE für mich verantwortlich bin. Dafür, was ich mit meinem Leben mache. Das ist verdammt gruselig.
Aber ich mache auf jeden Fall alles falsch mit dieser Verantwortung, wenn ich mich selbst zerstöre. Das geht also in die völlig falsche Richtung. Ist Kontra-Produktiv.

Also lieber in eine positive Richtung gehen.
Weitermachen.
Richtung Leben. Leben.
Was bedeutet das?

Und da, sehr geehrte Damen und Herren.
Wären wir bei der Sinnfrage. Und die.
Muss wohl jeder für sich klären.
Aber habt keine Angst, dein Sinn im Leben muss nicht jetzt der gleiche sein wie in einer Woche, es kommt nicht darauf an, dass du einen Sinn im Leben hast und ihm folgst. Dein Leben lang.
Es kommt darauf an,
dass du jetzt. Im Moment. Heute, oder nur in dieser Sekunde.
Weißt.
Warum es sich lohnt zu atmen.