6. Dezember 2018

good vibes :)

Ich glaube, ich habe die "Umzugs-Krise" so ziemlich überstanden.
Seit über einer Woche geht es mir jetzt besser.
Ich verkrieche mich nicht mehr,
ich gehe raus,
mit Menschen, die ich lerne, gern zu haben.
Nein. Es sind nicht die Freunde, die mich Anfang des Jahres noch begleitet haben.
Naja.
Doch.
Auch.
Sie sind auch da. Ich sehe sie öfters mal, kann sie immer anrufen.
Sie sind da.
Für mich.

Und dann gibt es die neuen Leute. Die neuen "Theater-Leute".
Wobei es doch eher "Opern-Leute" sind.
Ja. Das ist gut. Das eine waren meine Theater-Leute, die jetzt sind die Opernleute. :)
Und eigentlich sind das alles Freunde.
Leute, die mir den Alltag schön bunt färben.

Bunt.
Abwechslungsreich.
Spannend.
Manchmal.
Und manchmal möchte ich auch meine Ruhe haben.
Dann setze ich mich ins Bett, lese oder schaue Navy CIS. Oder ich schreibe.
So wie jetzt.

Ich bin froh, dass wieder Farbe und Abwechslung in mein Leben kommt.
Denn ein Alltag, der einem nicht gefällt, kann echt erdrückend sein.
So schlimm, dass man bereut.
Dass man sich dafür verantwortlich macht, alles kaputt gemacht zu haben.
Nur sieht man dann nicht,
das gleichzeitig etwas Neues begonnen hat.
Etwas Neues mit Potenzial.
Dem Potenzial, genauso gut zu werden- vielleicht sogar besser.

Und das Alte bleibt ja auch.
Wenn auch nicht alle Freunde und Menschen bleiben mögen- das wird die Zeit zeigen.
Die Erinnerungen kann dir keiner mehr weg nehmen.
Und das ist.
So.
Schön.

Ab jetzt kann es bergauf gehen. Immer weiter.
Dieses Jahr war verdammt voll, spannend und unglaublich fordernd.
Aber es war auch wunderschön. Irgendwie.
Ich sitze hier und lächle.
Und ja.
Ich habe Wein getrunken.
Aber was wäre das alles schon,
wenn man nicht auch die schönen Momente festhält?

Und das hier ist einer.
Ein schöner Moment.

Ich fühle mich frei.
Gut.
Und gesund.

In diesem Sinne: Gute Nacht :) Lebt laut, Freunde! :)

Eure Neva

4. November 2018

Zeitreisen und Gedankenkreise

Hallo ihr Lieben.

Wieder ist ein Monat vorbei. Die Zeit zieht sich, das Jahr ist verdammt lang...
Noch 7 Wochen bis Weihnachten- bis ich 5 Tage am Stück frei habe und endlich, endlich ausruhen darf. (Wobei- heute habe ich auch frei, das darf ich nicht außer Acht lassen, ein Tag zwischendurch kann auch Wunder wirken).

Dieses Jahr verwirrt mich. Es war so vielseitig, positiv wie negativ. Gestern wollte ich in meinem Tagebuch von 2016/17 lesen. Da war ich so positiv, hoffnungsvoll auf die Zukunft, so ... glücklich?

Dieses Jahr habe ich diesen Schritt unternommen, der mich zum Erreichen eines großen Ziels führen sollte- ich bin nach Hamburg gezogen.
Damit wäre eins meiner 5-Jahres-Zielen geschafft.

Selten habe ich mich so komisch mit einer Entscheidung gefühlt.
Ich konnte es nicht ahnen.
Die letzten Wochen waren alles andere als leicht. Weder für mich noch für die Leute, die mir besonders nahe stehen.
Am liebsten hätte ich die Tage damit verbracht in den Arm genommen zu werden und zu weinen.
Soviel ist in mir drin.
Gefühle, Ängste... Erinnerungen vielleicht auch.

Ich fühle mich allein... einsam? Und das, obwohl ich ganz tolle Menschen um mich herum habe. Nur sind die leider nicht immer erreichbar.
Ich habe meine Liebste, sie gibt sich immer Mühe, mich aufzuheitern, sie ist einfach da für mich und ich bin wahnsinnig dankbar dafür.
Es gibt meine Freunde aus der alten Heimat. Auch sie stehen mir mit Rat und Tat zur Seite.
J. ist sogar zum arbeiten vorbeigekommen, damit ich auch mit ausgefallenem Azubi noch weiterkomme...

Das ist eine ganz andere Geschichte... habt ihr schon mal einen Theatersaal aus dem Nichts aufgebaut?
Tja. Ich jetzt schon. Und das als "technische Leitung". Ein bisschen stolz bin ich ja schon ... :D
Ich saß da gestern nach der Eröffnungsfeier und hab versucht, den stolz zu fühlen weil.... das hab ich schon ganz schön gut gemacht :D

Aber ja. Allein bin ich definitiv nicht.
Auch von der neuen Arbeit habe ich langsam Menschen, mit denen ich ehrlich sein kann, mit einer anderen Frau habe ich mich schon angefreundet und mit ihr fällt es mir auch nicht schwer mal die tiefen Themen anzusprechen.
Meine Mutter und meine Schwester unterstützen mich, so gut ich es zulasse (sie sind ja etwas übereifrig, was das angeht) und auch meine Therapeutin ist nach wie vor für mich da.

Aaaaalso.... allein bin ich nicht, nein.
Ich mache mich nur einsam.
Durch meine Gedanken.
Durch Erinnerungen, die ich in letzter Zeit viel zu sehr in mein Leben kommen lasse.

Erinnerungen an jene schwarze Zeit. Die Zeit, in der ich vielleicht wirklich alleine war. Und überfordert war, mein Leben auf die Reihe zu bekommen.
Jetzt bin ich auch überfordert, und "mache mich einsam". Und das führt dazu, dass ich mich an damals erinnere.
Auf eine unterbewusste Art und Weise.
Ich habs nicht gemerkt, bis meine Therapeutin direkt darauf kam und mir das sagte.

Und wirklich, es gibt so viele Parallelen.
In meinem Kopf.
Schwarzmalerei.
Das Ausschließen von etwas Schönem.
Depression.
Die verzweifelte Suche nach Kontrolle.
Die verzweifelte Suche nach Hilfe und Halt, obwohl ich die bekommen könnte, würde ich nur fragen.
Die Suche nach Kontrolle durch ständiges auf-die-Waage-steigen.
Gedanken in meinem Kopf, die da definitiv nicht hingehören.
Es ist, als wäre ich mit einem Zug in meine Vergangenheit gefahren.
Nur gut, dass ich das jetzt weiß und überlegen kann, wie ich die Rückreise antreten kann zu dem Menschen, der ich eigentlich bin. Dieser kindliche, lustige und recht glückliche Mensch.

Ich nehme meine Realität gerade anders war, als sie sein könnte.
Gestern Abend war eine schöne Zeit.
Ich habe gelacht, ich habe mich über irgendwas unterhalten.
Ich habe gelächelt.
Ich habe mir selbst "auf-die-Schulter-geklopft" und allen, die mir geholfen haben, ein Theater aufzubauen.

Ich könnte alles anders sehen.
Mich selbst pflegen und endlich, endlich auch wieder etwas für meine Freunde und meine Liebsten tun. Ihnen schöne Momente voller lachen mit mir schenken.
Ich könnte mich freuen und stolz sein, dass es trotz all den Schwierigkeiten so gut klappt.

Es ist schwer, wenn einem das Unterbewusstsein sagt, dass alles so ist wie damals, nur dass DU DIESMAL SELBST SCHULD wärst.
Aber ich kann es versuchen.


Einfach weitermachen.
Mit dem Glück suchen.
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3. Oktober 2018

Ein Monat mit dem neuen Theater

Es ist Mittwoch, der 03.10.18.
Zufälligerweise (oder auch nicht) ein Feiertag, der heute sogar für mich einen freien Tag bedeutet.
Am 03.09.18 war mein erster Arbeitstag.
Der September war ein Monat voller Höhen und Tiefen, oder auch eher nur Tiefen, weil ich die guten Augenblicke meistens nicht bemerkt habe.
Ich habe die ersten zwei Veranstaltungen mit dem neuen Theater erlebt, habe ein paar der neuen Kollegen etwas kennengelernt und langsam aber stetig verstehe ich, wohin die Reise für das Team hingehen soll oder könnte.
Alles kommt mir unstrukturiert, überfordernd und etwas skurril vor, aber was will man erwarten, wenn 50% des Teams komplett neu sind und man grade ein neues Theater aufbaut.

Da der erste Monat ja nun geschafft ist, hoffe ich, dass der nächste etwas strukturierter ist, sich erste Ergebnisse zeigen oder zumindest abzeichnen. Es muss ja so sein, in einem Monat ist die Eröffnung.
Und bisher hat noch alles irgendwie geklappt. (Das kann schon fast als Theater- Sprichwort in die Geschichte eingehen, glaube ich).

Ich glaube, ich sollte stolz sein, auf mich, darauf, dass ich den ersten, recht schweren Monat geschafft habe. Ich kann auch stolz darauf sein, dass ich jetzt in Hamburg wohne. Vor einigen Tagen habe ich gemerkt, dass ich das auf irgendeine alten Ziele- Liste geschrieben hatte...

Das war irgendwann Anfang des Jahres in Hamburg.
Ich weiß noch, dieser Besuch fühlte sich ganz komisch an, weil ich anfing,
WIRKLICH darüber nachzudenken, in den nächsten Jahren nach Hamburg zu ziehen.
Dass es dann SO SCHNELL gehen würde, war mir nicht klar.
Vielleicht musste das so spontan sein, sonst hätte ich mich vielleicht niemals getraut :D


Ich vermisse meine "alten Freunde" und das alte Theater.
Aber das sollte nicht verhindern, dass ich bemerke, dass ich auch hier schon ein paar nette Menschen um mich herum habe. Mit meinen beiden Mitbewohnerinnen verstehe ich mich gut, und auf der Arbeit sind auch alle ganz nett. Und mit meinen anderen Freunden kann ich ja auch einfach telefonieren und es fühlt sich dann auch ganz schön an.

Außerdem habe ich die Morgende für mich entdeckt. Mein Wecker klingelt um 7, um viertel nach 9 muss ich aus dem Haus. Wenn ich so früh wach werde, mache ich mir einen Kaffee, lege mich mit ihm wieder ins Bett und lese noch bis ca.8 Uhr.
Auch vorher habe ich schon meinen Kaffee im Bett getrunken, aber da musste ich nicht um 10 auf der Arbeit sein :D

Es könnte also wichtig sein, zu gucken, was kann ich mir schön machen, was passiert neues, spannendes um mich rum, statt zu trauern, weil sich alles verändert hat.
Habt einen schönen, positiven Tag!

Eure Neva ♥